Caritas Vorarlberg plant Bürgerrat gegen Armut

Die steigende Armut im Land soll stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. Ziel ist es, die Situation offen zu diskutieren und gemeinsam konkrete Empfehlungen für Politik und Verwaltung zu entwickeln.

Die Caritas Vorarlberg will die Armutsentwicklung stärker in den öffentlichen Fokus rücken und hat dafür einen Bürgerrat initiiert. Ziel ist es, Betroffene sichtbarer zu machen, die Situation offen zu diskutieren und konkrete Empfehlungen für Politik und Verwaltung zu erarbeiten.

Hintergrund ist der aktuelle Armutsbericht der Statistik Austria. Demnach sind im Jahr 2025 in Vorarlberg mehr als 11.000 Menschen von manifester Armut betroffen, zusätzlich sind knapp 7000 Personen neu armutsgefährdet. Für ­Caritasdirektor Walter Schmolly ist das ein deutliches Signal. Armut verfestige sich zunehmend und betreffe besonders Kinder und Jugendliche. Gleichzeitig wachse die Gefahr, dass ­Menschen den Anschluss ­verlieren und der gesellschaftliche Zusammenhalt darunter leidet.

Breite Diskussion gefordert. Aus Sicht der Caritas reichen bestehende politische Maßnahmen nicht aus, um dieser Entwicklung wirksam zu begegnen. Zwar gebe es entsprechende Vorhaben, gleichzeitig würden aber soziale Sicherungssysteme unter Druck geraten. ­Schmolly spricht von einer gegenläufigen Entwicklung und fordert eine breitere, sachliche Diskussion über die soziale Lage im Land.

Der Bürgerrat soll dafür ein zentrales Instrument sein. Zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger beraten dabei unabhängig über konkrete Fragestellungen und erarbeiten Vorschläge. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach dem notwendigen Leistungsumfang der Sozialhilfe, nach einem stärkeren Bewusstsein für Armut sowie nach dem gesellschaftlichen Anspruch, Menschen in schwierigen Lebenssituationen nicht zurückzulassen.

Damit der Bürgerrat umgesetzt werden kann, benötigt die Initiative mindestens 1000 Unterstützungserklärungen. Teilnehmen können alle in Vorarlberg gemeldeten Personen ab 16 Jahren. Die Caritas ruft dazu auf, sich an der Initiative zu beteiligen und ein Zeichen für mehr Solidarität zu setzen.

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