Man sei nie von Fremdverschulden ausgegangen.

Handy war Polizei „egal“

Man sei nie von Fremdverschulden ausgegangen.

Im U-Ausschuss zu den Ermittlungen nach dem Tod von Justizsektionschef Christian Pilnacek kam am Dienstag ein damaliger Chefinspektor beim Landeskriminalamt Niederösterreich zu Wort, der mit der Causa befasst war. Im Fokus stand erneut der Umgang mit Pilnaceks Datenträgern: Polizisten hatten das Handy des Spitzenbeamten aus dem Haus seiner Vertrauten Karin Wurm abgeholt und seiner Witwe Caroline List übergeben. Pilnaceks Laptop wurde erst zwischen Bekannten des Sektionschefs herumgereicht und landete dann bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft.

Das Handy sowie andere persönliche Gegenstände Pilnaceks „hatten überhaupt keine kriminalpolizeiliche Relevanz“, sagte der Ermittler im U-Ausschuss. Es habe nie einen Verdacht auf Fremdverschulden gegeben. Polizisten hätten Wurm und ihrer Mitbewohnerin Anna P. mitgeteilt, dass die Gegenstände in die Verlassenschaft gehören und ihnen angeboten, sie abzuholen. „Wenn sie es nicht hergegeben hätten, hätten sie es nicht hergegeben. Uns waren die Gegenstände egal.“ Später habe sich dann Lists Anwalt gemeldet, dass Pilnaceks Laptop in der Verlassenschaft fehle. Der Beamte habe Wurm deshalb drei- oder viermal angerufen, um nach dem Computer zu fragen.

Am Mittwoch werden die Befragungen fortgesetzt, zwei Kremser Staatsanwältinnen sagen aus.

Vilja Schiretz

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