Das Kuriosum mit den direkten Duellen

Gewinnen die Grün-Weißen morgen, können sie ganz sicher den Aufstieg bejubeln. ⇒GEPA/Lerch (2)
Gewinnen die Grün-Weißen morgen, können sie ganz sicher den Aufstieg bejubeln. GEPA/Lerch (2)

Analyse. Bei einer möglichen Punktegleichheit in der 2. Liga von drei Teams nach der letzten Runde am Donnerstag hätte Austria Lustenau trotz schlechterer Tordifferenz auf jeden Fall die Nase vorn. Eine Betrachtung.

Von Günther Böhler

neue-redaktion@neue.at

Bei einem kurzen Blick auf die Tabellen in wahrscheinlich fast allen Ligen weltweit sind die aktuellen Positionen klar. Nicht so in Österreich, denn seit der Saison 2021/22 kommt den direkten Duellen mehr Gewicht zu. Auslöser dafür – die Regelung ist österreichweit für alle Ligen gültig – war eine Torlawine in der letzten Runde der 2. Liga in der Saison 2019/20. Damals fixierte Ried mit einem 9:0 gegen den Floridsdorfer AC den Aufstieg in die Bundesliga. Den punktegleichen Klagenfurtern reichte ein 6:1 gegen Wacker Innsbruck nicht. Vor dem entscheidenden Fernduell hatten beide 61 Punkte auf dem Konto, und in der Tordifferenz machte nur ein Treffer den Unterschied. Mit der aktuellen Regelung wäre der Titel allerdings an Klagenfurt gegangen, denn die Kärntner gewannen das Hinspiel mit 3:1 und im Frühjahr gab es ein Remis.

Soweit, so gut! Kurz also nochmals die Gewichtung, die bei Gleichstand gilt:

Direktes Duell

Höhere Tordifferenz

Höhere Zahl erzielter Tore

Anzahl der Siege

Anzahl Auswärtssiege

Lachender Dritter. Ein Jahr vor dieser Einführung, in der Saison 2020/21, gab es übrigens in der Endabrechnung erneut einen Punktegleichstand. Da aber BW Linz damals aufgrund der Infrastruktur keinen Lizenzantrag für die Bundesliga gestellt hatte und der FC Liefering als zweite Garnitur von RB Salzburg ebenfalls nicht infrage kam, rückte Austria Klagenfurt als „Lachender Dritter“ nach.

Im Aufstiegsjahr der Lustenauer (2021/22), und in den letzten zwei Jahren (Anm.: die Titel gingen an Ried bzw. GAK) musste kein Rechenstift gespitzt werden, doch in der Saison 2022/23 lagen der GAK und BW Linz vor dem letzten Spieltag im Aufstiegsrennen nur durch einen Zähler getrennt. Bei einem möglichen Gleichstand hätten die Linzer, die im Lauf der Meisterschaft ein direktes Aufeinandertreffen mit 3:0 gewannen und einmal remisierten, die Nase vorn gehabt. Doch schlussendlich waren die Blau-Weißen sogar einen Punkt vorne, da die Grazer vor über 3000 mitgereisten Fans beim FC Dornbirn nur ein 1:1 erreichten.

Austria im Vorteil. Nun aber zum kurz bevorstehenden Fernduell um den Titel in der laufenden Meisterschaft zwischen Austria Lustenau und SKN St. Pölten. Sollten die Lustenauer an Christi Himmelfahrt gegen SKU Amstetten verlieren und die St. Pöltner gegen Hertha Wels unentschieden spielen, hätten beide Teams 51 Punkte auf dem Konto. Der 3:0-Heimerfolg – auswärts verlor man mit 0:1 – verschafft den Grün-Weißen aber den entscheidenden Vorteil.

Und sollte es sogar dazu kommen, dass am Ende drei Teams – der FAC könnte noch aufschließen – punktegleich vorne stehen, würde die Regelung ebenfalls für die Lustenauer sprechen. Dies belegt folgende Mini-Tabelle, welche die direkten Duelle des Spitzentrios ­berücksichtigt, siehe unten.

Doch genug des Konjunktivs – die Lustenauer Austria fährt morgen einen Heimsieg, egal in welcher Höhe, gegen Amstetten ein und sichert sich damit den Aufstieg!

Das Kuriosum mit den direkten Duellen
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