„Es war ein 100-Meter-Lauf mit Prothese“

Martin Ohneberg unterliegt bei der Kampfabstimmung. IV

Martin Ohneberg unterliegt bei der Kampfabstimmung. IV

Martin Ohneberg muss sich in der Kampfabstimmung um den IV-Präsidenten Georg Knill geschlagen geben.

Von Georg Widerin

georg.widerin@neue.at

Der Bundesvorstand der Industriellenvereinigung (IV) hat heute, Donnerstag, das neue Präsidium für die Funktionsperiode 2020 bis 2024 gewählt. Georg Knill, Präsident der IV-Steiermark und geschäftsführender Gesellschafter der Knill Gruppe folgt Mag. Georg Kapsch nach acht Jahren als IV-Präsident nach. Gewählt wurde er vom gut 120-köpfigen IV-Vorstand. Erstmals in der IV-Geschichte gab es eine Kampfabstimmung bei der drei Kandidaten antraten. Neben dem frischgebackenen IV-Präsidenten standen der Vorarlberger IV-Präsident Martin Ohneberg (Autozulieferer Henn) und Wolfgang Eder (Ex-voestalpine-Vorstandschef) zur Wahl.

„Die Kampfabstimmung war natürlich generell ein guter Prozess und ein tolles Zeichen für die Industriellenvereinigung. Georg Knill und ich sind beide in die zweite Runde gekommen. Wolfgang Eder ist im ersten Wahlgang ausgeschieden“, so Martin Ohneberg.

Machtkampf. Er würde es generell nicht auf einen Ost-West-Machtkampf reduzieren. Aber: „Ich habe mich natürlich über die Stimmen aus Vorarlberg, Tirol und Salzburg gefreut. Auch in Wien bin ich ja bestens vernetzt“, so Ohneberg weiter. Aber es habe die Unterstützung aus Oberösterreich gefehlt. Die haben mehrheitlich für Georg Knill gestimmt. „Zudem war es für mich ein 100-Meter-Lauf mit einer Prothese.“ Ohneberg bezieht sich dabei auf eine Hausdurchsuchung eines Wiener Geschäftspartners im Zusammenhang mit Immobiliengeschäften vor zwei Jahren. Damals wurde er bei der Korruptionsstaatsanwalt als Beschuldigter geführt. Das habe den Unterschied ausgemacht.

In einer ersten Reaktion betonte der neu gewählte Präsident: „Die Industrie ist ein wichtiger Partner für die Menschen in unserem Land. Gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind die Unternehmen Anker für Stabilität, Treiber für Fortschritt und Motor für allgemeinen Wohlstand. Gemeinsam können wir die großen Herausforderungen unserer Zeit – Digitalisierung, Klimawandel oder Wirtschaftskrise – zum Vorteil der Menschen bewältigen.“ Was die österreichische Industrie und die Industriellenvereinigung betrifft, so betont Knill vor allem den hohen Stellenwert von deren Freiheit und Unabhängigkeit. Beides brauche es für die Gestaltung der Zukunft, „einer Verantwortung, der ich mich gemeinsam mit den Mitgliedern der Industriellenvereinigung sehr gerne stelle“.

Gratulation. Unmittelbar nach der verlorenen Wahl zollt der unterlegene Ohneberg dem Sieger seinen Respekt: „Ich gratuliere Georg Knill. Er ist ein starker und würdiger Präsident der Industriellenvereinigung und wird viele positive Impulse für den Industriestandort Österreich auslösen.“ In vier Jahren wird die nächste Wahl sein. Ob Martin Ohneberg dann noch mal antreten werde, wisse er nicht: „Was ich in vier Jahren mache, kann ich jetzt nicht sagen.“

Georg Knill stammt aus der Steiermark. Er wurde am 2. Jänner 1973 geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Bereits seit 2001 ist der Unternehmer in der Jungen Industrie aktiv. 2007 wurde er in den Vorstand der IV-Steiermark und in den IV-Bundesvorstand aufgenommen.

Seine berufliche Laufbahn begann er 1993 in der Knill Gruppe, für die er unter anderem in der Schweiz, Großbritannien, Frankreich und Deutschland tätig war. Seit 2007 fungiert er als geschäftsführender Gesellschafter und als Aufsichtsratsvorsitzender der Rosendahl Nextrom GmbH. Im Präsidium der IV-Steiermark ist Knill seit 2012 tätig, seit 2016 als deren Präsident.

<p class="caption">Der neue IV-Österrreich-Präsident Georg Knill.</p><p class="caption">IV</p>

Der neue IV-Österrreich-Präsident Georg Knill.

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