Babyelefant und Maske kamen mit

Schulstart in Wien: Nicht überall begann Unterricht zeitlich gestaffelt, nicht alle Schulen gingen mit dem Gedränge gleich um.

Lasst euch nicht durch die Maske stören“: Was Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) bei seinem Besuch an der Ganztagsvolksschule Alte Donau in Wien-Donaustadt zu Schulbeginn in Ostösterreich den Kindern sagte, war wohl auch eine Durchhalteparole für die nächsten Wochen und Monate in Österreich.

Aufgrund der gelben Corona-Ampel galt am ersten Schultag in der Bundeshauptstadt außerhalb der Klasse für Kinder und Lehrer eine Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Mit dabei war auch der viel zitierte und angesichts der zuletzt wieder steigenden Zahlen von Corona-Neuinfektionen zu früh totgesagte Babyelefant: Am Schuleingang begrüßte (neben einer auf Gelb geschalteten Corona-Ampel) eine Abbildung davon Kinder und Eltern. Nicht verhindern konnte er zumindest außerhalb aber die Bildung größerer Menschentrauben. Sehr wohl auf Abstände geachtet wurde dagegen dann ab dem Eingang, wo ein Lehrer die Schüler gestaffelt in die Schule ließ. Dazu wurden mehrere Zugänge geöffnet – die Taferlklassler bekamen einen Extra-Eingang via Schulhof, wo sie diesmal von der Direktorin begrüßt wurden. Die Schüler trugen durchgängig ihre Masken, bei den Eltern vor der Schule war dies trotz Gedränge nicht durchgängig der Fall. An anderen Schulen verzichtete man dagegen auf die Öffnung mehrerer Zugänge zu den Schulen, zeigte ein Lokalaugenschein. Auch eine zeitliche Staffelung des Beginns gab es nicht überall. In einigen Fällen durften Eltern ihre Kinder hineinbegleiten, in anderen nicht.

„Es gibt nichts, was einem guten ersten Schultag im Weg stehen könnte“, war sich Faßman sicher. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) nannte das weitestgehende Ausbleiben von Problemen zum Schulstart in Wien „bemerkenswert“. Weniger entspannt zeigten sich die SPÖ-nahen AHS-Schülervertreter. Die Wiener AHS-Landesschulsprecherin Anna Blume („Aktion kritischer Schüler“) forderte die Zweiteilung der Klassen mit geteiltem Unterricht, die Anmietung von externen Schulgebäuden, Masken höherer Schutzstufen für alle Schüler und Lehrer, flächendeckende freiwillige Testprogramme sowie eine Kürzung der Lehrpläne in der Oberstufe. Die Sozialistische Jugend wiederum will die Reifeprüfung im neuen Schuljahr durch „Projektarbeiten“ ersetzt wissen.

In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland begann für rund 456.000 Schüler das neue Schuljahr. Knapp 37.000 Taferlklassler erlebten ihren ersten Schultag. Am Sonntag enden die neunwöchigen Sommerferien dann auch für etwa 620.600 Schüler in Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark, Tirol und Vorarlberg. Für rund 50.000 Kinder in diesen Bundesländern wird es der erste Schultag sein. Welche Corona-Maßnahmen abseits von Ostösterreich gelten, entscheidet sich bei der nächsten Ampelschaltung am Freitag.

Gefahr will man indes auch an anderer Stelle entgegentreten: Das Innenministerium hat zum Start des Schuljahres in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland am Montag verstärkte Verkehrsüberwachungen angekündigt. „Die Polizei wird zu Schulbeginn mit sichtbarer Präsenz und Kontrollen besonders darauf achten, die Sicherheit auf Schulwegen weiter zu erhöhen“, betonte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP). 2019 verunglückten auf dem Schulweg vier Kinder tödlich, wie das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) mitteilte. Im laufenden Jahr kam es – auch coronabedingt – bisher glücklicherweise noch zu keinem tödlichen Schulwegunfall.

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