Eisblog

Hintergründe zum
Eishockey
Von Hannes Mayer
hannes.
mayer@neue.at

Die neuen Kriterien des veränderten Markts

In den kommenden Tagen wird die öster­reich­ische Regierung die Auflagen benennen, unter denen ab Herbst die EBEL-Nachfolgeliga den Spielbetrieb aufnehmen kann. Nach NEUE-Informationen steht ein Saisonbeginn per Anfang Oktober im Raum, bei zunächst 50-prozentiger Nutzung der Zuschauerplätze.

Damit könnten die Klubs mit den Planungen beginnen. Klar ist, dass sich dabei die Kriterien verschieben – bei allen Beteilig­ten. So deutet sich an, dass weit weniger nordamerikanische Spieler nach Europa und damit auch nach Österreich wechseln als üblich. Für solche Transfers sind die Unsicherheiten zumindest aktuell einfach noch zu groß.

Dornbirn betrifft das indirekt. Coach Kai Suikkanen denkt zwar darüber nach, einen nordamerikanischen Assistant-Trainer zu verpflichten. Grundsätzlich setzt er aber weiterhin auf europäisches Eishockey. Die Umsetzung wird trotzdem eine Herausforderung. Weil weniger Nordamerikaner nach Europa drängen, werden in vielen Ligen deutlich mehr Kaderplätze mit einheimischen Spielern besetzt. Wodurch auch weniger europäische Spieler ihr Heimatland verlassen werden. Der Markt wird also enger.

Wie sich generell ein später Transfermarkt ankündigt. Klubs wie ausländische Spieler werden im Zweifel abwarten, ihre Entscheidungen auch von den Reiseauflagen abhängig machen. Bei Notfällen wäre es zum Beispiel fatal, wenn Legionäre oder deren Angehörige nach ihrer Heimreise in Quarantäne müssten. Dieses Szenario schreckt ab.

Immer klarer wird auch, dass für viele Spieler ein wichtiges Kriterium wird, wie es um die medizinische Versorgung in der Region des Vereins steht. Oder allgemeiner: wie es um die Sicherheit bestellt ist.

Finanziell werden die Kufencracks Zugeständnisse machen müssen. Weil die Klubs weniger Einnahmen und somit ein kleineres Budget haben. So gesehen würde ein Ligaeintritt von Laibach gerade recht kommen, denn dadurch hätte jeder Verein zwei Heimspiele mehr. Dazu wird es jedoch eher nicht kommen. Die Laibacher wollen perspektivisch zurück ins österreichische Oberhaus und stellten nach dem Rückzug von Znojmo lediglich zur Diskussion, ob sie den offenen Ligaplatz sofort einnehmen sollen. Dem Vernehmen nach kann Ljubljana weniger als eine Million Euro Budget stemmen.

Die Entscheidung, was aus Laibach wird, hat freilich auch Konsequenzen für die AHL, die bei einem Ausstieg von Ljubljana nurmehr 15 Vereine umfassen würde. Die verlängerte Frist für einen Ligarückzug ist eigentlich am 5. Juni abgelaufen. In Feldkirch ließen sie diese Frist verstreichen, weil sie keine Alternative zur AHL haben. Die von der VEU und einigen Klubs aus der Bodenseeregion anvisierte neue Alpenliga mit mehreren österreichischen und süddeutschen Vereinen wurde beim Deutschen Eishockey-Bund belächelt.

Bei der AHL sind sie jedenfalls für alle Szenarien gerüstet. Wie im April exklusiv berichtet, haben alle Verbände einem nationalen Grunddurchgang grundsätzlich zugestimmt. Ob der nötig sein wird, hängt vor allem von den Entwicklungen in Italien ab, was wegen Bozen auch Einfluss auf den Spielplan im Oberhaus hat.

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