Radsport

Corona kann den Radsport nicht stoppen

Maximilian Kuen (l. mit Matthias Krizek) hatte die Idee zur „Österreich-Tour neu“. Haumesser

Maximilian Kuen (l. mit Matthias Krizek) hatte die Idee zur „Österreich-Tour neu“. Haumesser

„Österreich dreht am Rad“ bringt den Radsport zurück in den Alltag. Die neuntägige Tour wird live übertragen und soll Lust auf Radfahren und die österreichischen Regionen machen.

Von Johannes Emerich

johannes.emerich@neue.at

Die Corona-Krise hat zahlreiche Sportler und Veranstalter zum Nichtstun gezwungen. Ernsthafte Rennen scheinen bis Ende August nicht durchführbar, die Sportler warten sehnsüchtig auf Möglichkeiten, ihr Können unter Beweis zu stellen. Viele haben sich mit dieser Situation arrangiert, andere wollten selbst etwas tun, um ihre Wartezeit zu verkürzen und ihren Sport in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Da die Österreich-Rundfahrt, die Anfang Juli durchs Land ziehen sollte, bereits frühzeitig abgesagt wurde, haben sich Team-Vorarlberg-Santic-Manager Thomas Kofler, Moderator Martin Böckle und Radprofi Maximilian Kuen etwas Besonderes überlegt und ein neues Format entwickelt. Es trägt den Namen „Österreich dreht am Rad“.

Werbung für die Regionen. Obwohl reguläre Radrennen trotz der aktuellen Lockerungen noch nicht möglich sein werden, wird Kuen eine Radfahrt vom Neusiedlersee zum Bodensee absolvieren. In neun Etappen besucht der Tiroler mit zahlreichen Radkollegen, anderen Sportlern und Prominenten acht Bundesländer.

Radmanager Kofler, dessen Team vor über drei Monaten das bislang letzte Rennen bestritten hat, erklärt die Grundidee hinter der Fahrt quer durch Öster­reich: „Wir wollten eine Plattform schaffen, um für den Radsport und die teilnehmenden Regionen Werbung zu machen.“ Die Rolle des Radtourismus wird in Österreich stetig größer, insofern setzen viele Regionen wie das Burgenland, das Kufsteinerland oder auch der Tourismusverband St. Anton verstärkt auf die Radsportszene. Und da auch die großen Jedermann-Veranstaltungen wie der Arlberg-Giro oder der Ötztaler Radmarathon nicht ausgetragen werden können, bietet „Österreich dreht am Rad“ eine gute Alternative zur Positionierung.

Das Tagesprogramm. An jeder der neun Tourstationen wird ein mobiles Fernsehstudio aufgebaut, aus dem über mehrere Stunden live über die Regionen und die Veranstaltung berichtet wird. Dazu absolviert Kuen eine Tagestour mit Sportlern und Prominenten aus der Region, bei der spezielle Orte angesteuert werden.

Doch es ist keine reine Tourismus- und „Feel-Good-Veranstaltung“, auch sportlich soll „Österreich dreht am Rad“ einen – zumindest kleinen – Ersatz für die Österreich-Rundfahrt liefern. In drei Challenges werden sowohl der beste Zeitfahrer, der beste Jugendathlet und der schnellste Bergfahrer gesucht. Ihr Kommen angekündigt haben bereits die österreichischen World-Tour-Profis Hermann Pernsteiner und der Hohenemser Matthias Brändle, ebenso wie die Team-Vorarlberg-Santic-Fahrer Roland Thalmann, Jack Burke, Daniel Federspiel und der Dornbirner Daniel Geismayr.

Der beste Bergfahrer des Landes. Der erste Wettbewerb ist die „Flachland-Challenge“, bei der in Mörbisch ein kurzes Zeitfahren über knapp zwei Kilometer absolviert werden muss. Nach einem Jugendwettbewerb am zweiten Tag in Niederösterreich wird es vor allem ab Tag sieben in den Tiroler Bergen spannend. Bei drei Bergzeitfahren wird der beste Kletterer Österreichs gesucht. Bühne dieser „Hart, Härter“-Challenge werden drei der bekanntesten und schwierigsten Anstiege der österreichischen Alpen. Am 7. Juli geht es von Heiligenblut über 14 Kilometer auf der Glockner-Hochalpenstraße zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. Einen Tag später führt die Strecke die Teilnehmer aufs Kitzbüheler Horn. Der 6,7 Kilometer lange Anstieg sorgt seit Jahren für die Entscheidung bei der ­Österreich-Rundfahrt und als Abschluss des Berg-Bewerbs muss am 9. Juli der Anstieg von Sölden auf den Rettenbachferner bezwungen werden. Nach diesen knapp elf Kilometern werden die Trophäen für den Bergkönig und die Bergkönigin vergeben, bevor am 10. Juli „Österreich dreht am Rad“ zum Abschluss auch nach Vorarlberg kommt.

Wie schon bei der Ö-Tour 2015, als Team-Vorarlberg-Fahrer Victor de la Parte seinen Gesamtsieg feierte, befindet sich der letzte Zielstrich vor dem Festspielhaus in Bregenz.

„Österreich dreht am Rad“

Programm:

Tag 1: Mörbisch, 2. Juli

u. a. mit Leo Hillinger (Winzer), Rene Haselbacher (Ex-Radprofi), Matthias Krizek (Radprofi), Peter Edelmann (Opernsänger)

Challenge: Prolog über zwei Kilometer von der Festspielbühne Mörbisch zum Weinkreuz

Tag 2: Waidhofen/Ybbs, 3. Juli

u. a. mit Katharina Gallhuber, Christoph Krenn (beide Skifahrer)

Challenge: Nachwuchsrennen über vier Kilometer nach Sonntagberg

Tag 3: Mondsee, 4. Juli

u. a. mit Rupert Hödlmoser (Radsport-Manager), Hans-Peter Kreidl (Sportveranstalter)

Tag 4: Fuschl, 5. Juli

u. a. mit Jakob Schmidlechner (Gastronom)

Tag 5: Klagenfurt, 6. Juli

u. a. mit Paco Wrolich, Johnny Hoogerland (beide Ex-Radprofis), Armin Assinger (Moderator)

Tag 6: Heiligenblut, 7. Juli

u. a. mit Adam Kappacher (Skicrosser), Chiara Hölzl (Skispringerin)

Challenge: Bergzeitfahren auf der Glockner-Hochalpenstraße

Tag 7: Kitzbühel, 8. Juli

u. a. mit Thomas Rohregger (Ex-Radprofi)

Challenge: Bergzeitfahren auf das Kitzbüheler Horn

Tag 8: Innsbruck, 9. Juli

u. a. mit Patrick Gamper (Radprofi), Gregor Raggl (MTB-Profi)

Challenge: Bergzeitfahren auf den Rettenbachferner

Tag 9: Bregenz, 10. Juli

u. a. mit Katharina Liensberger, Daniel Meier, Elisabeth Kappaurer (alle Skifahrer), Gerhard Stübe (Geschäftsführer Festspielhaus Bregenz)

Finale Radfahrt von St. Anton am Arlberg nach Bregenz mit Ziel vor der Festspielbühne.

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