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Jochen Dedeleit Hitzig wurde es vor allem nach dem vierten Kampfabend des Bodensee-Cups in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Für das Boxteam Langenargen wird nach dem Rückkampf beim Leistungszentrum West am 7. Mai in Dornbirn Schluss sein mit dem länder­übergreifenden Wettbewerb. Das entschied der Boxteam-Vorsitzende Thomas Schuler trotz des 10:7-Erfolgs gegen die von Dornbirns Trainer Toni Schrott und Jürgen König betreute rot-weiß-rote Auswahl. Schuler will seinem Publikum in Zukunft wieder seine Boxer präsentieren, denn auch die Zuschauer honorieren das neue Format nicht. Lediglich 220 Boxfans hatten sich in der Langenargener Festhalle eingefunden, um die süddeutsche Staffel gegen das mit zahlreichen Staatsmeistern gespickte Team Österreichs anzufeuern. Beide Staffeln, die sich am vierten Kampftag gegenüberstanden, hatten sich gegen den dritten Teilnehmer des internationalen Cups klar durchgesetzt: das LZ West mit 10:8 gegen die Kampfgemeinschaft Ostschweiz, die Langenargener nach einem 9:9 auswärts gar mit 12:6 zu Hause. Allerdings mussten Thomas Schuler wie auch Toni Schrott zuletzt etliche schlaflose Nächte durchstehen. Denn während auf österreichischer Seite der zweimalige U19-EM-Dritte Aleksandar Mraovic (Superschwergewicht) und Schwergewichts-Staatsmeister Stefan Nikolic ausfielen, musste Schuler kurzfristig Daniel Kornmeier (Mittel), den superschweren Überlinger Avdi Asllani sowie den Konstanzer Patric Hill (Halbschwer) ersetzen. So nicht erwartet Für den Wiener Daniel Janicijevic war im Halbweltergewicht zudem der zweifache U19-EM-Teilnehmer Göksel Celikkaya eingesprungen, der 18-Jährige war der einzige Dornbirner in Österreichs Staffel. Und dieser traf auf Kushtrim Mahmuti, den einzigen Langenargener aufseiten des Gastgebers. Doch das Duell zweier kampfeslustiger, mit unbändigem Willen ausgestatteten Boxer hielt überhaupt nicht das, was es im Vorfeld versprochen hatte. Denn Celikkaya boxte ohne Deckung, was ein überaus überlegt agierender Mahmuti dankend annahm. Sein Kontrahent wurde nach schweren Kopftreffern zwei Mal angezählt und vom Ringrichter in Runde eins aus dem Kampf genommen. „Das habe ich so nicht erwartet, aber das ist eine Erfahrung, die er machen muss. Der Aufstieg in die Eliteklasse hat er heute gespürt – vor allem, weil er wieder seine Deckung vernachlässigt hat“, resümierte Toni Schrott. Die nächsten zwei Kämpfe sollten jedoch die Seinen gewinnen, der Wiener Weltergewichtler Marcel Rumpler siegte gegen Landesmeister Omar Darwich aus Sindelfingen und der Inns­brucker Edin Avdic behielt im Mittelgewicht gegen Uwel Mejias Hernandez aus Freising die Oberhand. Der Wiener Halbschwere Umar Dzwambenov zog anschließend gegen Abu Sulaiman Fela von 1860 München den Kürzeren, und auch der für das LZ West angetretene Roman Gorst aus Freising war gegen den Ravensburger Johann Witt (Boxing Villingen-Schwenningen) der Verlierer. Schrott monierte hernach, dass Schuler Boxer aus Bayern eingesetzt habe und kam zu dem Schluss, dass die Gäste mit 7:5 gewonnen hätten. Andreas Anderegg, Präsident von Swiss Boxing Federation und Initiator des Cups, stellte hierzu fest, dass die Boxer der drei Teams nur im jeweiligen Land lizenziert sein müssen. Thomas Schuler machte seine eigene Rechnung auf und kam auf ein 9:7 für sein Team. Die einmalige Teilnahme am Bodensee-Cup ist für den Langenargener aber beschlossene Sache. Toni Schrott vertritt die Meinung, dass Österreich nicht mit Deutschland, sondern mit Baden-Württemberg zu vergleichen sei. Schuler: „Aber er lässt sozusagen das Nationalteam in den Ring steigen. Und ich habe deshalb nicht diese Auswahl, weil Baden-Württemberg an der Oberliga teilnimmt.“ Zukunft ungewiss In einer ersten Reaktion kündigte auch der Dornbirner den Rückzug aus dem Cup an, wollte aber schlussendlich nicht so weit gehen. Wenn aber Langenargen aussteigt, erscheint die Zukunft dieses neuen Formats sowieso als sehr fraglich.

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