Wien

Die „Top of the Pops“ der Europa-Architektur

Wohnung in Bordeaux, Lacaton & Vassal architectes.  Philippe Ruault

Wohnung in Bordeaux, Lacaton & Vassal architectes.  Philippe Ruault

Die Schau „Europas beste Bauten“ im Architekturzentrum Wien zeigt die Top 40 der europäischen Architektur.

Während der Corona-Krise traten Fragen zur Qualität des Wohnbaus stärker in den Fokus der Allgemeinheit, weitere Themen wie Nachhaltigkeit und Klimawandel sind heute aktueller denn je. Wer sich prämierte architektonische Lösungen zu diesen Fragen ansehen will, der wird nun im Architekturzentrum Wien (AzW) fündig. Die Ausstellung „Europas beste Bauten“ zeigt 40 prämierte Projekte. Allesamt gehören sie zu den im Vorjahr gewürdigten Vorhaben im Rahmen des mit 80.000 Euro dotierten Mies van der Rohe Awards der EU. 383 Projekte wurden damals zu dem biennal vergebenen Preis eingereicht. „Es ist nach dem Pritzker-Preis der zweitwichtigste Architekturpreis der Welt“, unterstrich Hatto Käfer, wirtschaftspolitischer Berater der EU-Kommission, bei der Präsentation am Mittwoch.

Dass sich bereits 2019 ein guter Teil der Projekte mit Fragen wie der Großzügigkeit im Wohnbau, des öffentlichen Raums und der Klimakrise beschäftigte, sei schon beinahe „prophetisch“, freute sich AzW-Direktorin Angelika Fitz. So handelt es sich bei der Hälfte der vorgestellten Preisträger um Um- und Weiterbauten, die mittels Plakaten und kleinen Modellen erschlossen werden. Das trifft auch auf den Gewinner des mit 60.000 Euro dotierten Hauptpreises zu, die Umgestaltung dreier 60er-Jahre-Wohnblöcke in Bordeaux durch das Büro Lacaton & Vassal. Hierbei wurden 530 Sozialwohnungen mit vorgesetzten Wintergärten aufgewertet, die gleichzeitig als Fassadenisolierung fungieren: ein besonders ressourcenschonendes Modell.

Präsentierte Neubauvorhaben sind etwa der Lobe Block in Berlin, der als modernes Terrassenhaus öffentlichen und privaten Raum verschränkt sowie das futuristische Mehrzweckgebäude Auditorium im westspanischen Plasencia.

Österreicher. Vorgestellt wird auch der Gewinner des mit 20.000 Euro bedachten Nachwuchspreises: das Büro Bast aus Toulouse für seinen Umbau einer Dorfschule in Montbrun-Bocage. Und nicht zuletzt kommen auch drei österreichische Vorhaben in der Schau zu Ehren, die es in die Top 40 geschafft haben: die Bundesschule Aspern von fasch&fuchs.architekten, die Fitz als Modell für Schulbauten der Zukunft würdigte, ein trotz Lage an einer Straße lärmschonender Wiener Wohnbau des Büros StudioVlayStreeruwitz – und das Haus der Musik von Strolz/Untertrifaller in Innsbruck.

Bis 12. Oktober täglich von 10 bis 19 Uhr im AzW.

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